ePowerFun PULSE 960: Das einzige legale Upgrade im Test 2026

Unter zwanzig geprüften Tuning-Wegen ist dieser der einzige, den der Hersteller selbst anbietet und als legal bezeichnet. Das ändert die ganze Rechnung, deshalb steht es hier oben.
Was ePowerFun anbietet
Das PULSE-Power-Upgrade besteht aus einem neuen Motor und einem 30-Ampere-Controller und kostet 199 Euro. ePowerFun schreibt dazu: „[…] legal und ABE-konform." Das Set ist als lieferbar gelistet.
Der entscheidende Punkt steht im Kleingedruckten: Das Upgrade bringt mehr Leistung und mehr Drehmoment, keine Geschwindigkeitsfreischaltung. Der Roller fährt danach genauso 20 km/h wie vorher.
Warum das trotzdem etwas bringt
20 km/h sind die Obergrenze, aber nicht jeder Roller erreicht sie unter allen Bedingungen. Am Berg, bei Gegenwind oder mit schwerem Fahrer bricht das Tempo ein, weil der Motor an seine Grenze kommt. Genau dort hilft mehr Drehmoment.
Der ePF-PULSE 960 hat ab Werk 500 Watt Nenndauerleistung mit 1.600 Watt Spitze bei 22 km/h nach ABE P474. Der Akku fasst 960 Wattstunden, das Gerät wiegt 26 Kilogramm und kostet rund 1.999 Euro. Mit 26 Kilogramm und einem kräftigen Fahrer ist der Antrieb an Steigungen der begrenzende Teil, nicht die Zulassung.
Was das rechtlich bedeutet
Nichts. Und das ist der Punkt.
Solange die bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit unverändert bleibt, bleibt die Betriebserlaubnis bestehen. Die Leistungsgrenze der Verordnung liegt bei 500 Watt Nenndauerleistung; ein Upgrade, das die Spitzenleistung anhebt und die Nenndauerleistung lässt, bewegt sich innerhalb dieser Grenze.
Wir haben die Herstelleraussage nicht juristisch prüfen lassen. Was wir sagen können: ePowerFun stellt das Set selbst her, verkauft es unter eigenem Namen und nennt es ABE-konform. Das ist eine andere Ausgangslage als bei einem Drittanbieter, der eine Firmware ins Netz stellt.
Die Garantie
Es gelten die allgemeinen ePowerFun-Garantiebedingungen. Eine gesonderte Zusage für das Upgrade haben wir nicht gefunden. Wer auf Nummer sicher gehen will, lässt sich vor dem Kauf schriftlich bestätigen, dass die Garantie auf Rahmen und Akku bestehen bleibt.
Der Preis im Verhältnis
199 Euro auf ein Gerät für rund 1.999 Euro sind ein Zehntel des Kaufpreises. Dafür bekommst du keinen einzigen Kilometer pro Stunde mehr, sondern die Kraft, die vorhandenen 20 auch bergauf zu halten.
Ob sich das lohnt, hängt an deiner Strecke. Auf flachen Wegen merkst du davon wenig. Wenn du täglich Steigungen fährst oder der Roller regelmäßig zwei Personen Gepäck mitnehmen muss, ist es der einzige Weg in diesem Vergleich, der dich nicht die Zulassung kostet.
Was du vorher klären solltest
Drei Fragen, die du dem Anbieter vor dem Kauf stellst, am besten schriftlich:
Bleibt die ABE-Nummer P474 nach dem Einbau unverändert gültig? Wer baut das Set ein, und verliert der Rahmen seine Garantie, wenn du es selbst machst? Und was passiert bei einem Defekt am neuen Controller nach Ablauf der Gewährleistung?
Die Antworten gehören zu deiner Entscheidung, nicht in unsere Einschätzung. Wir haben sie nicht eingeholt.
Der Unterschied zu allem anderen in dieser Reihe
Wir haben zwanzig Tuning-Wege geprüft. Sechs waren gar nicht belegbar, drei nur angekündigt und nie ausgeliefert. Von denen, die es wirklich gibt, kostet jeder einzelne die Betriebserlaubnis und meistens die Garantie; nach einem Unfall droht zudem ein Regress der Haftpflicht bis 5.000 € (§ 5 Abs. 3 KfzPflVV).
Dieser hier nicht. Das macht ihn nicht automatisch zur richtigen Wahl, aber es macht ihn zum einzigen, bei dem die Frage überhaupt sinnvoll ist.
Was wir nicht wissen
Wir haben das Set nicht verbaut und nichts gemessen. Was hier steht, stammt aus dem Herstellerangebot, abgerufen am 22. September 2026, und aus unserem Katalog. Wie stark das Drehmoment tatsächlich steigt, was es an einer konkreten Steigung bringt und wie sich die Reichweite verändert, haben wir nicht geprüft. Für das Serienmodell ohne Upgrade gibt es zwei Berichte von Besitzern mit Kilometerzahl, aus den Foren escooter-treff.de und escooter-stammtisch.de: 44,4 und 46 Kilometer. Daraus ergibt sich unser Praxiswert von 45 Kilometern, gegen 100 Kilometer Herstellerangabe. Zwei Berichte zeigen die Richtung, für eine feste Größe reichen sie nicht.
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