NAVEE XT5 Ultra: 4400 W Peak und trotzdem ABE P674

4400 Watt Spitzenleistung stehen im Datenblatt des NAVEE XT5 Ultra. Das klingt nach
einem Gerät, das auf deutschen Radwegen nichts zu suchen hat. Trotzdem trägt es eine
Allgemeine Betriebserlaubnis. Wir haben die Nummer beim Kraftfahrt-Bundesamt
nachgeschlagen, weil in unserer eigenen Übersicht bis heute keine stand.
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Die Nummer lautet P674 und deckt drei Modelle ab
Das Kraftfahrt-Bundesamt führt jede erteilte Betriebserlaubnis für Elektrokleinstfahrzeuge
in einer öffentlichen Liste. Im Stand vom 27. August 2026 stehen dort 437 Einträge. Einer
davon trägt die Nummer P674, wurde am 19. März 2026 erteilt und läuft auf
Brightway Technology (Netherlands) B.V. Die Handelsbezeichnung nennt drei Geräte in einem
Atemzug: „XT5 Pro DE: Electric Scooter XT5 Pro, XT5 Max DE: Electric Scooter XT5 Max, XT5
Ultra DE: Electric Scooter XT5 Ultra".
Bemerkenswert ist, wie schwer diese Zeile zu finden ist. Das Wort NAVEE kommt darin
nämlich nicht vor. Wer die amtliche Liste nach der Marke durchsucht, findet vierzehn
NAVEE-Einträge und keinen einzigen XT5 darunter. Man muss nach der Modellbezeichnung
suchen, sonst hält man ein zugelassenes Gerät für ein nicht zugelassenes.
Warum 4400 Watt und Straßenzulassung kein Widerspruch sind
Die Verordnung für Elektrokleinstfahrzeuge knüpft die Zulassung nicht an die
Spitzenleistung, sondern an zwei andere Werte: die Nenndauerleistung und die bauartbedingte
Höchstgeschwindigkeit. Erlaubt sind 500 Watt Dauerleistung und 20 km/h. Der XT5 Ultra hält
beide Grenzen ein, seine 4400 Watt liegen nur kurzzeitig an, etwa beim Anfahren oder am
Berg.
Für dich heißt das: Die Spitzenleistung sagt etwas über das Durchzugsvermögen aus, aber
nichts über die Legalität. Ein Gerät mit 4400 Watt Spitze darf auf den Radweg, wenn
Dauerleistung und Tempo stimmen. Ein Gerät mit 800 Watt Dauerleistung darf es nicht,
auch wenn es langsamer aussieht.
Was Tuning an dieser Rechnung ändert
Die häufigste Suche zu diesem Modell dreht sich um Tuning. Deshalb der klare Teil:
Sobald du die Dauerleistung oder die Höchstgeschwindigkeit veränderst, passt das Fahrzeug
nicht mehr zu der Genehmigung, die für es erteilt wurde. Die Betriebserlaubnis erlischt in
dem Moment, in dem die Veränderung wirksam wird, nicht erst bei einer Kontrolle.
Daran hängt mehr als ein Bußgeld. Ohne gültige Betriebserlaubnis zahlt die Kfz-Haftpflicht einem Unfallopfer in der Regel weiter,
kann sich aber bis zu 5.000 € von dir zurückholen (§ 5 Abs. 3 KfzPflVV). Ob das Fahren schon eine
Straftat nach § 6 i. V. m. § 30 PflVG ist, ist umstritten. Bei einem Unfall mit
Personenschaden ist das der teuerste Teil der ganzen Angelegenheit. Auf Privatgelände,
abseits des öffentlichen Verkehrsraums, gelten diese Regeln nicht.
Drei Genehmigungen für fast dasselbe Gerät
Beim Nachschlagen ist uns etwas aufgefallen, das die Zuordnung erschwert. Für den XT5 Pro
existieren neben P674 noch zwei weitere Nummern, P617 auf Tekpoint und P690 auf Teqphone.
Beim UT5 Max sind es sogar drei Genehmigungen für ein einziges Modell. Der Grund liegt nicht
in unterschiedlicher Technik, sondern in unterschiedlichen Importeuren, die jeweils eine
eigene Erlaubnis beantragt haben.
Wichtig wird das, wenn du die Nummer auf deinem Aufkleber mit einer Angabe im Netz
vergleichst. Weicht sie ab, muss das kein Fehler sein. Entscheidend ist, dass deine Nummer
in der amtlichen Liste steht und dass die dort genannte Handelsbezeichnung zu deinem Gerät
passt.
Was wir über den XT5 Ultra noch nicht wissen
In unserer Übersicht steht der XT5 Ultra mit 1.199 Euro, 500 Watt Nenndauerleistung,
899 Wattstunden Akkukapazität, 39 Kilogramm Eigengewicht und der Schutzart IPX6. Der
Hersteller gibt 75 Kilometer Reichweite an.
Was du bei uns nicht findest, ist eine eigene Reichweitenzahl und keine Bewertung. Das
hat einen Grund: Uns liegt für dieses Modell kein belegter Praxiswert vor, und die Reichweite
macht bei uns dreißig Prozent der Bewertung aus. Eine Note ohne diesen Wert wäre geraten.
Sobald belastbare Messungen vorliegen, tragen wir beides nach. Beim ebenfalls von P674
abgedeckten XT5 Max ist die Datenlage besser, dort
findest du eine vollständige Einordnung.
Worauf du vor dem Kauf achten solltest
Prüfe zuerst, ob dem Gerät eine ABE beiliegt und ob die Nummer darauf zur
Handelsbezeichnung passt. Zweitens: Ein Versicherungskennzeichen brauchst du in jedem Fall,
es kostet je nach Anbieter und Saison meist zwischen 20 und 40 Euro im Jahr. Und drittens
solltest du bei 39 Kilogramm Eigengewicht ehrlich abschätzen, ob du das Gerät regelmäßig
Treppen hochtragen willst. Das ist kein Mangel, sondern eine Frage des Einsatzzwecks.
Die technischen Daten in diesem Beitrag stammen aus unserer Modellübersicht, die Angaben
zur Betriebserlaubnis aus der öffentlichen Liste des Kraftfahrt-Bundesamts, Stand
27. August 2026. Alle weiteren Werte findest du auf der
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