SHU (ScooterHacking Utility): Alle Versionen im Überblick

> Die Kurzantwort: SHU (ScooterHacking Utility) ist die App des ScooterHacking-Projekts, mit der sich Segway-/Ninebot-E-Scooter verbinden und auslesen lassen und die — je nach Modell und Version — Funktionen wie Flashing oder Regionswechsel bereitstellt. Der jüngste belegte Stand ist Version 4.2.1 vom 08.08.2026; nur der native iOS-Track stand zum Prüfdatum noch auf 4.2.0, weil die Apple-Prüfung ausstand. Offiziell genannt sind die Modellfamilien Ninebot G3, F3, ZT3 und GT3; die E3-Familie ist erst seit V4.2 teilweise abgedeckt, und E2, E2 Plus sowie E2 Pro gelten nach der letzten belastbaren Maintainer-Aussage als nicht unterstützt.
Stand aller Angaben in diesem Artikel: 14.08.2026. Alle Zitate stammen aus dem offiziellen Update-Kanal des Projekts, den offiziellen Build-Metadaten, dem öffentlichen Issue-Tracker oder amtlichen Gesetzestexten.
SHU-Versionshistorie: V3 bis 4.2.1
Eine konsolidierte, lückenlose offizielle Changelog-Seite existiert nicht — die Versionsgeschichte ist über einzelne Meldungen des Projekt-Updatekanals und Build-Metadaten verstreut. Diese Tabelle führt die belegten Stände zusammen:
| Version | Datum | Dokumentierte Änderungen (mit Original-Zitat) | Plattformen |
|---|---|---|---|
| V3 Open Beta | 20.07.2025 | Neue Open Beta mit „Support for Ninebot G3 / F3 / GT3 / ZT3“. Ausdrücklich: „The Ninebot E3 is not supported yet“ und „BLE flashing does not work for Ninebot x3 vehicles“. | Android 8.0+; die archivierte Beta-Seite schloss iOS aus („This app isn't available on iOS.“). |
| V3 Build 2 | 22.08.2025 | x3-BLE-Geräteflashing nachgereicht: „It adds the ability to flash the ‘BLE’ device on x3 scooters.“ Das ist weder Controller-Unlock noch Beleg vollständiger D-Unterstützung. | Android |
| V3 Build 3 + Erratum | 24.08.2025 | „Added device state control for x2 and x3 scooters“ plus Lautstärkeeinstellung — noch am selben Tag korrigiert: sie gilt für den G3, nicht den F3 („The G3 uses a speaker […] the F3 uses a buzzer.“). | Android |
| V3 Build 5 | 22.09.2025 | „Greatly simplified x3 flashing process“ — mit dem Zusatz: „This change is not available for users located in Germany.“ | Android |
| V4.0 | 13.06.2026 | Vollständige Neuentwicklung („total rewrite“) auf einem Cross-Platform-Framework; V4 wurde die Hauptversion. Für zuvor gesperrte Fahrzeuge blieb eine anfängliche Controllerfreischaltung für die volle App-Nutzung nötig. | Windows 10/11, Linux, Android, macOS; iOS folgte am 16.06.2026. |
| V4.1 | 08.07.2026 | x3-Flashing über BLE für einen eingeschränkten Nutzerkreis („select users“) und Regionsfunktion für x3. Einen Tag später eingeschränkt: „ZT3 Pro models cannot have their region changed over Bluetooth without a prior flash.“ | Alle damals unterstützten Plattformen außer iOS (wartete auf Prüfung). |
| Browser-Beta | 09.07.2026 | Web-Ausgabe als Beta: „Chromium-based browser“, „limited storage persistence“, Modellauswahl vor der Verbindung. | Chromium-basierte Browser; für iOS wurde eine gesonderte Browserlösung genannt. |
| V4.2 | 07.08.2026 | „New Workspace experience“, Rückkehr der Automation („automation has returned“), Sicherheitsfunktionen für G3, F3, ZT3 und GT3 sowie ein dokumentiertes BLE-Protokoll für E3/E3 Pro. Die E3-Firmwarefreischaltung per Bluetooth blieb ausdrücklich „not yet supported“. | Rollout auf den V4-Plattformen. |
| V4.2.1 (Hotfix) | 08.08.2026 | Hotfix für „broken layouts in landscape mode“, „Android safe-area issues“ und die „SHFW profile-change automation“ — keine neue Modellfamilie. | Android, macOS, Linux, Windows, Web und ein alternativer iOS-Track auf 4.2.1/Build 78; der native iOS-IPA-Track blieb während der Apple-Prüfung auf 4.2.0/Build 77. |
Zum Prüfdatum 14.08.2026 war 4.2.1 der aktuelle Hauptstand; ein neuerer offizieller Build wurde nicht gefunden. Ob die alten Stände V3, 4.0 und 4.1 heute noch einzeln bereitgestellt werden, ist nicht belegt.
V4, V4.1 und V4.2 — die Unterschiede in Kurzform
1. V4.0 ist der Architekturwechsel: komplette Neuentwicklung, regulär für Windows, Linux, Android und macOS, iOS folgte; V4 löste V3 als Hauptlinie ab. App-Unterstützung hieß dabei nicht automatisch Controller-Unlock.
2. V4.1 ist das x3-Update: Regionsänderung ohne vorheriges Flashing für x3 angekündigt, BLE-Flashing nur für ausgewählte Nutzer — und für den ZT3 Pro per offiziellem Erratum eingeschränkt.
3. V4.2 ist das Workspace-/Automation-/Security-/E3-Update — aber keine vollständige E3-Freischaltung; die blieb per Bluetooth ausdrücklich offen.
4. V4.2.1 ist ein reiner Hotfix, kein Funktionssprung.
SHU ist nicht SHFW — Versionsnummern nicht verwechseln
Die App-Version (SHU V3/V4.x) ist nicht die Firmware-Version. SHFW ist die separat versionierte Fahrzeugfirmware; Angaben wie SHFW 3.10.1 oder VCU-, BLE-, BMS- und DRV-Nummern dürfen nicht als SHU-Version gelesen werden. In einem öffentlichen Projekt-Issue stehen beide sauber getrennt: „SHUT Version: 4.0.0“ neben „SHFW Version: 3.10.1“.
Modell-Matrix: Welches Modell mit welcher SHU-Version?
Wichtig für die Einordnung: Das Projekt nennt in seinen Meldungen überwiegend Basisfamilien (G3, F3, ZT3, GT3). Das ist keine separate Zusage für jede deutsche D-Ausführung — und auch keine Zusage, dass jede Funktion ohne vorherige Controllerfreigabe verfügbar ist. Wo unten „Communityspur“ steht, gibt es Nutzerberichte zur exakten D-Variante, aber keine offizielle Freigabe.
| Modell (D-Ausführung) | V3 | V4.0/V4.1 | V4.2/4.2.1 | Belegbare Einordnung |
|---|---|---|---|---|
| Segway ZT3 Pro D | Familie offiziell; x3-BLE erst ab Build 2. | Keine neue x3-Funktionsfreigabe im V4-Post; V4.1-BLE nur für ausgewählte Nutzer; Erratum: kein Regionswechsel über Bluetooth ohne vorherigen Flash. | Sicherheitsfunktionen für ZT3 offiziell; das Erratum wurde nicht aufgehoben. | Familie offiziell, exakte D-Ausführung nur Communityspur — nicht „voll unterstützt“ nennen. |
| Ninebot MAX G3 D | Familie offiziell. | Keine separate G3D-Freigabe; ein G3D-Nutzerbericht meldet eine Regionsänderung unter V4.1, bleibt aber Nutzerbeleg. | Sicherheitsfunktionen für G3 offiziell. | Familie stark belegt; die D-Variante ist nicht offiziell ausgeschrieben. |
| Ninebot MAX G2D | App-Verbindung zur G2-Familie schon seit SHU 2.6 dokumentiert; V3 war keine neue G2-Freigabe. | Keine G2-spezifische Neuerung dokumentiert. | Keine Erweiterung des G2-Supports dokumentiert. | G2-App-Verbindung offiziell; die exakte G2D-Ausführung ist nicht separat belegt. |
| Ninebot F2 Pro D | App-Verbindung der F2-Familie seit SHU 2.5; SHFW-Unterstützung für F2/F2 Plus/F2 Pro kam mit SHU 2.7/SHFW 3.10.x; neuere Board-Revisionen blieben ungeklärt. | Keine F2-Pro-D-spezifische Neuerung dokumentiert. | Keine Erweiterung dokumentiert. | F2-App-Verbindung und F2-Pro-SHFW offiziell; F2 Pro D nicht separat offiziell. |
| Ninebot F3 Pro D | Familie F3/F3 Pro offiziell; ein fehlerhafter offizieller VCU-Eintrag konnte Fahrzeuge auf einer Firmware festsetzen (siehe unten). | Keine separate F3-Pro-D-Freigabe. | Sicherheitsfunktionen für F3 offiziell. | Familie offiziell; F3 Pro D nicht separat belegt. |
| Segway Ninebot E3 D | Beim V3-Start ausdrücklich nicht unterstützt. | Keine neue E3-Unterstützung genannt. | Partiell: dokumentiertes BLE-Protokoll für E3/E3 Pro — die Bluetooth-Firmwarefreischaltung bleibt ausdrücklich nicht unterstützt. | Nur partielle Basis-E3-Unterstützung ab V4.2 sicher; die exakte E3-D-Ausführung ist nicht belegt. |
| Ninebot E2 Pro D | Nicht im V3-Post; bereits am 29.11.2024 erklärte ein Maintainer E2/E2 Plus/E2 Pro für nicht unterstützt. | Keine spätere Aufnahme gefunden. | Bis 4.2.1 keine Aufnahme gefunden. | Nach letztem belastbaren Maintainer-Stand nicht unterstützt; kein aktueller Gegenbeleg. |
| SuperScooter GT3 D | Familie offiziell. | Keine separate GT3-D-Freigabe. | Sicherheitsfunktionen für GT3 offiziell. | Basis-GT3 offiziell, GT3 D nur Communityspur; nicht mit dem GT3 Pro verwechseln. |
Die Modelle im Katalog: Segway ZT3 Pro D · Ninebot MAX G3 D · MAX G2D · F2 Pro D · F3 Pro D · E3 D · E2 Pro D · SuperScooter GT3 D
Die redaktionelle Grenze in einem Satz: „SHU unterstützt die Familien G3, F3, ZT3 und GT3“ ist offiziell belegbar — „SHU unterstützt jede deutsche D-Ausführung vollständig“ ist es nicht.
Dokumentierte Probleme und Nutzerberichte
Zwei Punkte hat das Projekt selbst dokumentiert:
Daneben gibt es Nutzerberichte — allesamt ohne unabhängige technische Prüfung, also Praxisspuren und keine gesicherten Diagnosen: Ein GT3-D-Fahrer berichtet nach einem Regionswechsel unter V3 von dauerhaft aktivem Tagfahrlicht; ein ZT3-Pro-D-Nutzer konnte sein Fahrzeug nach einer Regionsänderung nicht mehr verbinden; bei einem Ninebot F3 erschien laut Screenshot nach einer behaupteten Freischaltung der Fehler 16 „Right Brake“, obwohl das Fahrzeug nur einen linken Bremshebel habe — die SHU-Kausalität bleibt dabei jeweils Selbstauskunft. Ein unabhängig bestätigter, irreversibler Hardwareschaden durch SHU — mit Werkstattdiagnose oder belastbarem Vorher-nachher-Beleg — wurde in der gesamten Recherche nicht gefunden.
Rechtslage in Deutschland: unsere klare Linie
Vorab: Das ist keine Rechtsberatung, sondern die Einordnung der amtlichen Normen und Herstellerangaben.
Unsere Linie ist eindeutig: Tuning ausschließlich auf Privatgelände mit Erlaubnis des Eigentümers. Der Grund steht im Gesetz: Ein Elektrokleinstfahrzeug ist per eKFV auf eine bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit von höchstens 20 km/h begrenzt, und ein Fahrzeug ohne gültige Betriebserlaubnis darf nicht auf öffentlichen Straßen in Betrieb gesetzt werden. Wer die Geschwindigkeit oder Leistung per Software ändert, riskiert genau das: Nach § 19 Absatz 2 StVZO erlischt die Betriebserlaubnis, wenn Änderungen vorgenommen werden, durch die eine Gefährdung zu erwarten ist. Damit entfällt auf öffentlichen Straßen auch der Versicherungsschutz: § 3 PflVG regelt ausdrücklich den Fall, dass der Versicherer wegen eines nicht den Bau- und Betriebsvorschriften entsprechenden Fahrzeugs gegenüber dem Versicherungsnehmer nicht leistungspflichtig ist. Der Gebrauch eines Fahrzeugs ohne die erforderliche Haftpflichtversicherung ist verboten (§ 6 PflVG) und strafbar: § 30 PflVG droht Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe an, bei Fahrlässigkeit bis zu sechs Monaten.
Genauso ehrlich gehören aber auch die Grenzen dieser Aussagen in den Artikel:
Deshalb beschreiben wir hier bewusst keine Flash-, Freischaltungs- oder Wiederherstellungsschritte und verlinken keine Anleitungen — dieser Artikel dokumentiert Versionsstände, Modellbelege und Rechtsrahmen, mehr nicht.
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