E-Scooter ABE prüfen: KBA-Nummer selbst finden

Wie du selbst prüfst, ob dein E-Scooter zugelassen ist
Ein E-Scooter darf in Deutschland nur dann auf öffentlichen Wegen fahren, wenn er eine
Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) hat. Ohne sie ist die Fahrt keine Ordnungswidrigkeit,
sondern Fahren ohne Versicherungsschutz — und das ist eine Straftat. Der Haken: Auf jedem
zweiten Angebot steht „mit Straßenzulassung", und niemand sagt dir, wie du das nachprüfst.
Es geht — kostenlos, in zwei Minuten, mit einer amtlichen Liste.
Die Nummer ist der Beleg, nicht der Werbetext
Jede erteilte ABE hat eine Nummer. Sie sieht so aus: P gefolgt von drei Ziffern, etwa
`P605`. Diese Nummer vergibt das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), und das KBA veröffentlicht
jede erteilte ABE in einer öffentlichen Liste.
Steht in einem Angebot „ABE vorhanden", aber keine Nummer, ist das eine Behauptung.
Steht dort eine Nummer, kannst du sie prüfen.
So prüfst du in zwei Minuten
1. Die Nummer finden. Sie steht in den Fahrzeugpapieren, die dem Scooter beiliegen —
oft auf einem eigenen Blatt „Allgemeine Betriebserlaubnis". Viele Hersteller nennen sie
auch im Datenblatt. Wir führen sie bei uns direkt auf der Modellseite.
2. Die amtliche Liste öffnen. Das KBA stellt sie als Tabelle bereit:
`kba.de` → Typgenehmigung → Informationen → ABE Elektrokleinstfahrzeuge.
Die Datei enthält alle erteilten Nummern mit Datum, Typbezeichnung, Handelsbezeichnung
und Inhaber.
3. Nach der Typbezeichnung suchen, nicht nach dem Werbenamen. Das ist der Schritt, an
dem die meisten scheitern. In der Liste steht die technische Typbezeichnung — beim
Kukirin G2 Pro zum Beispiel `G2Pro`, nicht „KuKirin G2 Pro ABE Edition 2026".
4. Datum vergleichen. Steht dort ein Genehmigungsdatum, das nach deinem Kaufdatum
liegt, gehört die Nummer zu einer neueren Bauform.
Drei Fallen, die wir beim Prüfen selbst erlebt haben
Eine Nummer kann mehrere Modelle abdecken. Das überrascht, ist aber normal: Baugleiche
Varianten laufen unter derselben ABE. In unserem Katalog kommt das mehrfach vor:
| ABE-Nummer | Modelle | welche |
|---|---|---|
| P581 | 4 | Teverun Fighter Mini Pro eKFV 2026 · Teverun Blade Mini Pro eKFV · Teverun Blade Mini Ultra eKFV · Teverun Fighter Mini Eco eKFV |
| P531 | 3 | NAVEE GT3 Max · NAVEE GT3 Pro · NAVEE GT3 DE |
| P284 | 2 | NIU KQi3 Max · NIU KQi3 Pro |
| P558 | 2 | Egret X Ultra · Egret X Prime |
| P465 | 2 | NAVEE S60 · NAVEE S40 |
Wenn deine Nummer also zu einem anders heißenden Modell führt, ist das kein Beleg für
Betrug — aber ein Grund, die technischen Daten zu vergleichen.
Der Inhaber ist oft nicht der Hersteller. In der Spalte „Genehmigungsinhaber" steht
regelmäßig der europäische Importeur, nicht die Marke auf dem Rahmen. Beim Kukirin G2 Pro
ist es etwa eine polnische Gesellschaft. Auch das ist normal.
„ABE" im Produktnamen ersetzt keine Nummer. Es gibt Modelle, die das Kürzel im Namen
tragen — nachprüfbar ist trotzdem nur die Nummer.
Was wir selbst führen
Für 51 von 62 E-Scootern in unserem Katalog haben wir die ABE-Nummer hinterlegt.
Wir haben sie am 30.08.2026 vollständig gegen die amtliche Liste gehalten: 51 von 51
stehen dort wörtlich, keine einzige fehlt. Die Liste des KBA umfasst derzeit 437 erteilte
Betriebserlaubnisse für Elektrokleinstfahrzeuge insgesamt — unser Katalog deckt also einen
kleinen, geprüften Ausschnitt davon ab.
Für 11 Modelle haben wir aktuell keine Nummer — dort steht bei uns nichts, statt einer
Vermutung. Wenn ein Hersteller die Nummer nachliefert, ergänzen wir sie und prüfen sie
gegen die Liste.
Wenn deine Nummer nicht in der Liste steht
Das muss noch kein Betrug sein, aber es ist ein Grund, genau hinzusehen. Drei Erklärungen
kommen in Frage, in dieser Reihenfolge:
Du suchst den falschen Begriff. Die Liste führt die technische Typbezeichnung. Suche
nach der reinen Nummer statt nach dem Modellnamen — die Nummer ist eindeutig, der Name nicht.
Die Liste ist älter als dein Fahrzeug. Sie wird regelmäßig aktualisiert, aber nicht
täglich. Bei einem sehr neuen Modell kann die Erteilung noch fehlen. Dann hilft nur die
schriftliche Auskunft des Herstellers — schriftlich deshalb, weil sie im Streitfall zählt.
Es gibt sie wirklich nicht. Dann ist der Scooter nicht für öffentliche Wege zugelassen,
egal was auf der Verpackung steht. Beim Neukauf ist das ein Rückgabegrund; beim
Gebrauchtkauf ohne Papiere bleibt das Risiko beim Käufer.
Wenn keine ABE existiert
Dann ist der Scooter nicht für öffentliche Wege zugelassen. Er darf auf Privatgelände mit
Erlaubnis des Eigentümers gefahren werden — sonst nicht. Nachträglich lässt sich eine ABE
für ein Einzelfahrzeug in aller Regel nicht beschaffen; sie wird dem Typ erteilt, nicht dem
einzelnen Gerät.
Das gilt auch umgekehrt: Wer einen zugelassenen Scooter tunt, bringt ihn aus der
genehmigten Bauform heraus — die ABE erlischt, und mit ihr der Versicherungsschutz.
Was dabei technisch passiert und welche Strafen drohen, steht in unserer Übersicht zu
Tuning-Methoden, Risiken und Strafen;
für die verbreitetsten Modelle haben wir das im
im Detail aufgeschrieben.
*Dieser Text erklärt, wie die amtliche Liste funktioniert. Er ist keine Rechtsberatung.
Im Zweifel — besonders nach einem Unfall oder bei einem Gebrauchtkauf ohne Papiere — hilft
nur die Auskunft des Herstellers oder eine rechtliche Beratung.*
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