E-Bike Ehrlichkeits-Index 2026: Beworbene vs. echte Reichweite (20 Modelle)
„Bis zu 150 km Reichweite“ steht auf dem Karton. Real? Oft die Hälfte. Wir haben 20 beliebte E-Bikes genommen und die beworbene mit der real gefahrenen Reichweite verglichen — aus echten Praxistests, Foren und Nutzerberichten. Das Ergebnis ist ernüchternd.
Zum Vergleich: Bei E-Scootern liegt die Übertreibung im Schnitt bei 28,7%. Bei E-Bikes ist sie mit 44.6% also noch deutlich größer. Der Grund: größere Akkus, höheres Gewicht, mehr Variablen — und Werbezahlen, die unter Laborbedingungen (leichter Fahrer, niedrigste Stufe, flach, windstill) entstehen.
Die 20 Modelle im Ehrlichkeits-Ranking
Je länger der Balken, desto größer die Lücke zwischen Werbung und Realität. Grün = ehrlich · Gelb = mittel · Rot = starke Übertreibung.
Was das für dich bedeutet
Die Zahl auf dem Karton ist ein Bestwert unter Idealbedingungen — nicht dein Alltag. Faustregel aus unseren Daten: rechne mit etwa der Hälfte bis zwei Drittel der beworbenen Reichweite, je nach Fahrergewicht, Unterstützungsstufe, Gelände und Temperatur. Ein E-Bike mit „120 km“ bringt dich real meist 50–70 km weit.
Positiv: Es gibt ehrliche Ausreißer. Das Fafrees F20 Mate Dreirad 18,2Ah liegt mit nur −13% am nächsten an seiner Angabe. Am größten ist die Lücke beim FISCHER E-ATB Terra 2.2 Active (−61%: beworben 160 km, real nur 62 km).
Wie wir messen
Pro Modell sammeln wir die real gefahrene Reichweite aus mehreren unabhängigen Quellen (Fachtests, Foren wie pedelecforum.de, Nutzerberichte, YouTube-Reichweitentests) und bilden einen Schnitt. Die Differenz zur Herstellerangabe ist der Drift. Kein Labor, aber datenbasiert — und wir sagen offen, wenn die Datenlage dünn ist. Mehr zur Methodik.